Der Tennisarm – Was hat es mit der sagenumwobenen Sportlerkrankheit auf sich?

Was ist ein tennisarm?

Woran denkst du, wenn du den Begriff „Tennisarm“ hörst? Vermutlich an Roger Federer, Rafael Nadal oder Dominic Thiem, gepaart mit Schmerzen im Arm oder Ellenbogen. Wusstest du, dass die meisten Profis jedoch gar nicht an dem Tennisarm leiden? Für uns Laien stellt sich die Frage: was ist ein Tennisarm und wie kann man ihn vermeiden? Eversports klärt die Frage, was es mit der sagenumwobenen Sportlerkrankheit auf sich hat und zeigt dir, was Profisportler tun, um selbst nicht daran zu erkranken.

Epicondylitis ist das Stichwort

Die umgangssprachliche Bezeichnung einer sogenannten Epicondylitis (auch Epikodylose, Epikondylopathie oder Epikondyalgie) beschreibt einen nach und nach erworbenen, nicht selten sehr schmerzhaften Zustand der Muskelsehnenansätze am Unterarm. Genauer gesagt geht es hier um die Sehnenansätze an den beiden Knochenvorsprüngen über dem Gelenkknorren am distalen (vor Körperzentrum entfernt gelegen/verlaufenden) Teil des Oberarms. Auf einer medizinischen Zeichnung dieses Bereichs hat dieser von oben in die Sehnen hineinragende Teil eine knüppelartige, leicht rundliche Form. Die Schmerzen betreffen unter anderem auch den Ellenbogen.

Wird ein solcher Reizzustand am äußeren Epikondylus des Oberarms festgestellt, spricht der Mediziner von einem Tennisarm beziehungsweise Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis humeri). Dabei sind der Strecker des Handgelenks und der Finger betroffen. Liegt dagegen eine Beeinträchtigung des inneren Epikondylus des Oberarms vor, ist von einem Golferarm (Epicondylitis ulnaris humeri) die Rede. Hier wiederum geht es um den Beuger des Handgelenks und der Finger. Ein Tennisarm oder ein Golferarm entstehen stets durch eine andauernde Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur. Obwohl es die Bezeichnungen nahelegen, muss diese nicht zwangsläufig bei der Ausübung der besagten Sportarten stattfinden.

was ist ein tennisarm - nicht nur bei tennis
Der Tennisarm, oder Epicondylitis, kann sehr schmerzhaft sein

Es gibt viele Ursachen für einen Tennisarm

Vielmehr können sowohl der Tennisarm, als auch der Golferarm durch eine einseitige Beanspruchung im Arbeitsalltag (zum Beispiel durch Maus-/Tastaturnutzung), eine falsche Schlafhaltung (regelmäßiges Schlafen in der Seitenlage, wobei der übermäßig gebeugte Arm als Kopfstütze fungiert) und/oder eine falsche Haltung (zum Beispiel beim Sitzen oder der Gartenarbeit) ausgelöst werden. Schließlich können auch Krankheitsbilder wie Fibromyalgie zu einer Epicondylitis führen.

Der Tennisarm kann vermieden werden

Entsteht eine Epicondylitis beim Tennis kann man oftmals von einer falschen Schlagtechnik des Spielers ausgehen. Eine solche Gefahr besteht übrigens auch bei anderen Rückschlagsportarten, so beispielsweise beim Badminton oder Golf. Durch die falsche Spielweise wird die Muskulatur überbeansprucht. Nach einer Zeit kommt es dann zu unterschwelligen Druckschmerzen an den Sehnenansätzen der Muskeln. Diese Schmerzen nehmen bei Belastung in der Regel zu. Selbstverständlich ist ein Tennisarm oder ein Golferarm keinesfalls die letzte Konsequenz: So mancher Spieler kann auch über Jahre seinen Unterarm übermäßig beanspruchen, ohne am Ende mit einer Epicondylitis beim Sportmediziner zu landen. Faktoren wie Alter und eine gewisse genetische Prädisposition bei der Muskelbeschaffenheit spielen demnach ebenso eine wichtige Rolle.

Warum Nadal & Co so erfolgreich und gesund sind

Auf den ersten Blick mag es erstaunlich sein, dass die meisten Profisportler kaum an einem Tennisarm erkranken. Die meiste Zeit haben die Profis eher Probleme mit den Knien oder Handgelenken, aber kaum mit dem Arm beziehungsweise Ellenbogen. Der Grund dafür ist relativ simpel: Sie wissen, wie man richtig Tennis spielt! Mit der richtigen Technik, einer optimalen Kondition und Muskelkraft und einem gelockerten Körper machen es die Profis richtig und können somit eine Erkrankung vermeiden. Es liegt somit nicht an der Häufigkeit einer Bewegung, sondern an ihrer Qualität.

Rafael Nadal a match of Barcelona tennis tournament Conde de Godo in 2014
Rafael Nadal beim Barcelona Tennis Turnier Conde de Godo in 2014 | ©Maxisport / Shutterstock.com

Besser zu früh als zu spät zum Arzt gehen

Jetzt weißt du: Um einen Tennisarm zu vermeiden, musst du lernen, sauber und richtig zu spielen. Aber trotzdem kann es vorkommen, dass du am sagenumwobenen Tennisarm erleidest – es muss nicht zwingend am Sport liegen! Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Da das Thema Tennisarm mittlerweile vielschichtig erforscht ist, gibt es zahlreiche Therapieansätze. Das Spektrum reicht dabei von der Hochvolttherapie, über Interferenztherapie und Elektrostimulationstherapie bis hin zu Kräftigungsübungen und klassischer Physiotherapie. Eine komplette Stilllegung des betroffenen Arms ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Wohl aber musst du dich damit abfinden, die Belastung deines Tennisarms zunächst einmal herunterzufahren. Hält das Leiden länger als vier Monate durchgehend an, geht der Sportmediziner von einer chronischen Manifestierung aus. Nur in seltenen, bereits weit vorangeschrittenen Fällen kann hier ein operativer Eingriff notwendig werden. Du bist daher gut damit beraten, deinen behandelnden Arzt möglichst frühzeitig zu konsultieren und an einer belastungsschonenden Spieltechnik zu feilen.

Mit der richtigen Technik kannst du dem Tennisarm auf jeden Fall vorbeugen. Aber auch wenn es bereits zu spät ist, besteht kein Grund zur Panik, denn die sagenumwobene Sportlerkrankheit kann ganz einfach behandelt werden. Nun, nachdem wir dir erklärt haben, was ein Tennisarm ist und du keine Angst davor haben musst, bist du sicher topmotiviert für ein Tennismatch in einer der besten Tennisanlagen in Wien. Ganz egal ob Doppel oder Einzel, mit Eversports findest du sicher einen geeigneten Tennisplatz in deiner Nähe. Das nötige Equipment kannst du dir selbstverständlich immer vor Ort ausborgen.