Mit welcher Squash Schlagtechnik kannst du deinen Gegner besiegen?

Squash Schlagtechnik
Die richtige Technik in der richtigen Situation einsetzen

Beim rasanten Fitmacher Squash kannst du relativ schnell ins Spielvergnügen einsteigen. Wichtig sind dabei eine gewisse Schnelligkeit und ein rasches Reaktionsvermögen. Du besitzt all das, kannst außerdem strategisch denken, und hast dich mit den Grundregeln vertraut gemacht? Dann steht einem Squash Spiel nichts mehr im Weg. Um aus einem freundschaftlichen Spiel ein richtiges Match zu machen, brauchst du nur mehr zu wissen, welche Squash Schlagtechnik du wann einsetzen sollst. Die Enge des Squashplatzes und die Wände, die mit ins Spiel einbezogen werden dürfen, ermöglichen eine Vielzahl von Spiel- und Schlagvarianten. Eversports erklärt die drei gängigsten Squash Schlagtechniken, die bei einem Squash Spiel essentiell sind: Longline, Cross und Boast. Diese versprechen den jeweils größten Erfolg in unterschiedlichen Situationen.

Longline

Der Longline ist der erste Schlag, den man beim Squash erlernt. Und man braucht ihn auch später im Spiel immer wieder. Er ist leicht auszuführen, ermöglicht eine gute Kontrolle über den Ball und dient oft zur Vorbereitung eines Angriffs mit einem weniger leicht zu parierenden Schlag.

In einer langen Linie zur Stirnwand

Übersetzt bedeutet Longline ganz einfach „lange Linie“. Und genau auf diese Weise wird der Ball auch gespielt: Er fliegt wie auf einer langen, geraden Linie Richtung Stirnwand, prallt dort ab und fliegt in dieselbe Richtung wieder zurück. Der Mitspieler kann einen Longline gespielten Ball daher in der Regel ohne Schwierigkeiten und ohne lange Laufwege annehmen und zurückspielen – zumindest in der Theorie. Denn wird der Longline-Ball eher lang geschlagen, muss der Mitspieler die Mitte des Courts verlassen, um den Ball relativ weit hinten anzunehmen. Das eröffnet die Möglichkeit, den nächsten Schlag eher kurz auszuführen und so die entstandene Lücke im vorderen Bereich des Platzes zu nutzen.

Longline mit der Vorhand spielen

Die einfachste Variante des Longline-Schlags ist der Vorhand-Longline. Er leitet in vielen Fällen einen Ballwechsel nach dem Aufschlag ein. Wird der Ball gut getroffen, landet er an der Frontwand zwischen dem Tinboard und der Aufschlaglinie. Von dort springt der Ball dann entweder in einer geraden Linie zur Seitenwand oder aber in das Aufschlagfeld auf dem Boden. Durch die Haltung des Schlägers lässt sich die Art des Longline-Balls beeinflussen. Auch die Stärke des Schlages hat wesentlichen Einfluss darauf, wie weit der Ball fliegt. Die optimale Schlaglänge ergibt sich immer aus der jeweiligen Spielsituation. Zwischen dem theoretischen Plan, einen Longline-Ball lang oder kurz zu schlagen, und der Praxis liegen allerdings oft Welten. Vor allem Anfänger schätzen die Länge sehr oft falsch ein, und selbst für geübte Spieler ist die richtige Dosierung der Schlagkraft immer wieder eine Herausforderung. Ein sehr fest geschlagener Longline-Ball kann direkt gegen die Rückwand prallen, ohne vorher einmal den Boden zu berühren. Ein vergleichsweise kurz geschlagener Ball hingegen berührt vor Erreichen der Rückwand gleich mehrfach den Boden.

Longline mit der Rückhand spielen

Das Gegenstück zum Vorhand-Longline ist beim Squash als Rückhand-Longline bekannt. Diese Variante ist deutlich schwieriger zu spielen und bereitet auch Sportlern mit viel Übung immer wieder Probleme. Andererseits erlaubt das Spiel mit der Rückhand die Annahme von sehr schwierigen Bällen – oft ein entscheidender Vorteil im Wettstreit mit dem Mitspieler. Beim Rückhand-Longline kann man jede Menge falsch machen. Wer die Gelegenheit hat, mit einem Squashtrainer zu üben, sollte diese Chance unbedingt ergreifen. Der Trainer kann dafür sorgen, dass sich keine Fehler einschleichen und dass die Weichen von Anfang an richtig gestellt werden. Insbesondere die Schlägerhaltung ist oft mangelhaft. Beim mit der Rückhand gespielten Longline muss das Handgelenk unbedingt steif bleiben, bis der Ball den Schläger verlässt. Der Arm sollte beim Schlag beinahe komplett ausgestreckt sein, der Schaft des Schlägers muss parallel zum Boden verlaufen. Schon beim Ausschwung wird dann im Idealfall der Ellbogen wieder angewinkelt. Bis man den Squashball mit der Rückhand zielsicher spielen kann, braucht es eine Menge Training. Wenn man den Longline jedoch erst einmal mit der Vorhand und der Rückhand beherrscht, bedeutet das einen großen Vorteil gegenüber technisch weniger versierten Gegnern.

Squash Schlagtechnik - Rückhand
Mit der Rückhand punkten

Cross

Eigentlich ist Squash ein sehr rasantes Spiel, das von schnellen Richtungswechseln und überraschenden Wendungen lebt. Es kann jedoch auch einmal vorkommen, dass beide Spieler sehr auf Sicherheit bedacht sind und einen Longline-Ball nach dem anderen spielen. Dann gibt es zwar für niemanden einen Punktverlust, aber eben auch keinen Punktgewinn. Wenn das Spiel eintönig zu werden droht, ist es höchste Zeit, dem laufenden Ballwechsel eine überraschende Wendung zu bescheren – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn mit einem Cross-Schlag wird der Ball in Sekundenschnelle in eine vollkommen andere Richtung befördert.

Longline und Cross sind fast identisch

„Longline und Cross sind eher defensive Schläge, sie können aber auch als Angriffsschlag ausgeführt werden“, meint Simon Rösner, Deutschlands bester Squashspieler. „Das gelingt, wenn der Ball so von einer der Seitenwänden ins Feld zurückprallt, dass der Gegner die strategisch wichtige T-Position im Zentrum des Squashplatzes aufgeben muss.“ Schaut man sich die Stellung des Spielers und die Schlagtechnik beim Longline- und beim Cross-Schlag an, so stellt man fest: Auf den ersten Blick ist praktisch kein Unterschied zu erkennen. Die Ausführung beider Schläge ist beinahe identisch, und doch ist das Ergebnis ein ganz anderes. Ein Longline-Ball fliegt in einer geraden Linie zur Stirnwand und kommt von dort ebenso gerade wieder zurück. Beim Cross-Ball hingegen gleicht die Flugbahn des Balles dem Buchstaben „V“: Er kommt schräg an der Stirnwand an und prallt auch schräg wieder ab – allerdings in die andere Richtung. Der Mitspieler muss sehr reaktionsschnell sein, um den Ball zu erreichen.

Den Gegner überraschen

In der Ähnlichkeit von Longline- und Cross-Ball beim Squash liegt eine große Chance. Sie ermöglicht es nämlich, den Gegner in Sicherheit zu wiegen. Er erwartet angesichts der unveränderten Schlägerhaltung seines Kontrahenten einen Longline-Ball und bemerkt nicht, dass der Gegner den Ball ein paar Zentimeter früher annimmt. Ihm entgeht auch, dass der Schläger minimal zur Seite gedreht wird. Diese winzige Abweichung reicht aus, um die Flugbahn des Balles zu verändern und statt eines Longline-Schlages einen Cross-Ball zu spielen. Für den Gegner bedeutet das eine Überraschung, da er die Absicht nicht frühzeitig durchschauen kann. Er muss nun rasch reagieren und sehr schnell in Richtung des Balles sprinten, um keinen Punktverlust zu riskieren.

Den Cross-Ball richtig spielen

Wird er gut ausgeführt, prallt der Cross-Ball so von der Stirnwand ab, dass er im nächsten Schritt die Seitenwand relativ weit hinten trifft. In dieser Ecke ist er für den Gegner schwer zu spielen – insbesondere dann, wenn es sich um seine Rückhandseite handelt. Das zeigt, wie wichtig die richtige Berechnung der Schlagkraft ist. Wird der Cross-Schlag nämlich zu kurz ausgeführt, trifft der Ball die Seitenwand zu weit vorne. Das Ergebnis: Der Ball prallt in die Mitte des Spielfeldes, wo er für den Mitspieler ganz leicht anzunehmen ist. Die Chance auf einen schnellen Punktgewinn wäre dahin, und nun würde sich im Gegenzug eine gute Chance für den Kontrahenten eröffnen. Es lohnt sich deshalb, das Cross-Spiel im Training immer wieder zu üben, bis der Ball die gewünschten Punkte an der Stirn- und der Seitenwand trifft.

Boast

Beim Squash spielt sich viel im hinteren Bereich des Feldes ab – zumindest, so lange Longline oder Cross gespielt wird. Diese Bälle sind vergleichsweise einfach zu erreichen und zu retournieren. Doch das Ziel des Spiels besteht ja darin, den Gegner immer wieder vor unlösbare Aufgaben zu stellen. Nur Bälle, die der Mitspieler nicht rechtzeitig erreicht, bringen Punkte. Ein gutes Instrument dazu ist ein kurzer Schlag namens Boast.

Den Gegner nach vorne locken

Die meisten Squashspieler versuchen, eine relativ zentrale Position einzunehmen und orientieren sich grundsätzlich eher nach hinten als nach vorne. Wer in der Mitte agiert, hat zu allen Seiten vergleichsweise kurze Laufwege. Gleichzeitig kann man vorwärts schneller laufen als rückwärts. Es existieren also gute Gründe für eine Position im Zentrum beziehungsweise im hinteren Drittel des Squashplatzes. Es geht deshalb darum, den Mitspieler in den vorderen Bereich zu locken. Das gelingt durch Schläge wie den Boast, die relativ nah an der Stirnwand aufkommen. Um diesen Ball zu erreichen, muss der Gegner sehr schnell weit nach vorne laufen.

Spiel mit Rückhand oder Vorhand

Ein Boast kann sowohl mit der Vorhand als auch mit der Rückhand gespielt werden. Die bekannteste Variante bezeichnet man als Drei-Wand-Boast. Der Name verrät schon alles über den Weg des Balles: Er wird an eine Seitenwand gespielt, prallt von dort an die Stirnwand und von dort an die andere Seitenwand. Die Flugbahn des Squashballs wird also zweimal verändert. Zwar lässt sich der Punkt, an dem der Ball schließlich den Boden berühren wird, recht gut vorhersagen. Doch der Gegner hat nur wenig Zeit, sich in eine günstige Position für die Annahme des Balles zu bringen. Der Boast über drei Wände wird deshalb häufig als Angriffs-Boast bezeichnet. Daneben gibt es auch noch den Zwei-Wand-Boast, der allerdings deutlich mehr Übung erfordert. Er wird zunächst gegen eine Seitenwand gespielt – und zwar so, dass der Ball von dort Richtung Stirnwand abprallt und diese etwa in der Mitte trifft. Bevor der Ball das Nick, die Kante zwischen Seitenwänden und Boden, erreicht, muss er dann zweimal den Boden berühren. Das schafft man nur mit sehr viel Ballgefühl. Einsteiger scheitern beim Zwei-Wand-Boast regelmäßig und sollten ihn zunächst besser nur im Training ausführen.

Der Boast als Verteidigungsschlag

Der Boast wird weniger fest geschlagen als ein Longline- oder ein Cross-Schlag. Dadurch ist er insbesondere für Anfänger leichter zu kontrollieren. Und er lässt sich auch aus eher ungünstigen Positionen heraus schlagen. Viele Squashspieler verwenden den Boast daher als klassischen Verteidigungsschlag. Selbst wenn sich andere Schlagarten nicht mehr realisieren lassen, ist ein Boast in vielen Fällen noch möglich.

Hast du genug über die Theorie gelesen und willst eine dieser grundlegenden Squash Schlagtechniken auf dem Court trainieren, buche auf Eversports einen Squashplatz in deiner Nähe. Wenn du noch nach mehr Möglichkeiten suchst, wie du deinen Gegner austricksen kannst, versorgen wir dich auch gerne noch mit hilfreichen Squash Tipps & Tricks.