Schnell und einfach erklärt: die wichtigsten Squashregeln

Squashregeln einfach erklärt
Kennst du dich mit den Squashregeln aus?

Immer mehr Sportcenter bieten Squash Courts an. So mancher könnte im Hinblick darauf denken, dass es sich um eine neue Trendsportart aus Übersee handelt. Doch der Schein trügt: Squash kommt genauso wie Tennis und Tischtennis aus Großbritannien und wurde bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts gespielt. Das Spiel, bei dem man einen speziellen Ball mit Wucht gegen die Wand schmettert, ist ein rasanter Fitmacher, der perfekt fürs Abreagieren und Kalorienverbrennen ist. Auch beim Squash gibt es gewisse Regeln und Zähltechniken, die man beim Spiel beachten muss. Eversports klärt auf, welche Squashregeln für ein richtiges Spiel wichtig sind.

Das Spielfeld-Einmaleins

Neben den üblichen Parametern wie Körperkontrolle und Ausdauer ist beim Squash vor allem ein Gefühl für den Raum entscheidend – Squash findet im Gegensatz zu Tennis & Co. nämlich auf einem vergleichsweise kleinen Spielfeld statt. Übrigens ist Squash eine äußerst interessante und actionreiche Alternative zu Tennis und anderen Ballsportarten. Warum das so ist kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

So misst die sogenannte „Box“ etwa 9,75 (Länge) x 6,4 (Breite) Meter. Wird im Doppel gespielt, sehen die offiziellen Squash Spielregeln ein etwas größeres Format von 9,75 x 7,62 Meter vor. Das Feld ist von vier Wänden umgeben. Die Stirnwand und die beiden Seitenwände bestehen aus Stein, die Rückwand üblicherweise aus bruchsicherem Glas. Alle Wände haben eine Relevanz für den Spielablauf. Von besonderer Wichtigkeit ist die vordere Wand, die sogenannte „Stirnwand“. Hier befindet sich im unteren Bereich der „Tin“, eine rund 43 Zentimeter hohe Begrenzung. Wird diese vom Ball berührt, nimmst du ein Klappern wahr – der Schlag landet damit im Aus. Analog dazu gibt es auch im oberen Bereich der Stirnwand einen Aus-Bereich.

Auf der Stirnwand gibt es drei rote Linien: die unterste, genannt „Tin“, befindet sich auf einer Höhe von 43cm, die oberste auf 4,57m. Ist der Ball im Spiel, muss er zwischen der oberen und unteren Linie auf die Stirnwand auftreffen. Zudem gibt es auf der 1,78m hohen Wand noch eine dritte Linie. Sie markiert das „virtuelle“ Netz, das beim Aufschlag überspielt werden muss. Danach verliert sie ihre Bedeutung.

Auch die Seitenwände haben Auslinien. Diese werden von der Stirnwand zur Rückwand hin immer niedriger. An der Kante zur Rückwand beträgt die Höhe nur noch 2,13m. Auf dem Boden sind zudem eine Mittellinie und zwei Aufschlagfelder eingezeichnet.

 

Squashregeln
Der Squashcourt | ©Eversports

Direkte oder indirekte Ballberührung

Auf dem Boden vor der Stirnwand liegen jeweils links und rechts die Aufschlagfelder der Spieler. Ein Spieler muss beim Aufschlag mit mindestens einem Fuß in seinem Aufschlagfeld stehen. Der Ball muss anschließend oberhalb der mittig verlaufenden Aufschlaglinie auf der Stirnwand auftreffen. Eine der wichtigsten Squash Spielregeln ist die Vorgabe, dass der Ball nach jedem Schlag direkt oder indirekt die Vorderwand berührt. „Indirekt“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Ball von der Rück- beziehungsweise einer der Seitenwände abprallt. „Direkt“ bedeutet gemäß den Squash Spielregeln, dass der Ball ohne Umweg auf die Vorderwand geschlagen wird.

Der Aufschlag beim Squash

Der Aufschlag erfolgt aus einem der beiden Felder, wobei die Seite nach jedem Service gewechselt wird. Der Aufschläger steht mit mindestens einem Fuß im Aufschlagfeld. Der Ball muss aus der Luft gespielt werden und im Spielviertel des Gegners aufkommen. Dieser muss nicht warten, bis der Ball einmal aufgetitscht ist, sondern darf ihn nach eigenem Ermessen auch volley nehmen. Beim ersten Aufschlag darf der Spieler die Aufschlagseite nach Belieben wählen. Danach muss er sie nach jedem Punkt wechseln.

Der Letball – der Squashplatz gehört allen

Die Squashregeln besagen, dass ein Spieler immer ausreichend Platz haben muss, um den Ball schlagen zu können. Das bedeutet ganz konkret, dass der Gegner sich ihm nicht in den Weg stellen darf, ihm nicht die Sicht rauben und auch nicht die Ausführung des Schlages behindern darf. Über die Einhaltung dieser Regel wacht bei einem Wettkampf der Schiedsrichter, der das Geschehen auf dem Squashplatz durch die verglaste Rückwand beobachtet. Ein Spieler, der sich durch seinen Gegner behindert fühlt, hat zwei Möglichkeiten: Glaubt er, trotz der Beeinträchtigung einen Punkt erzielen zu können, setzt er den Spielzug fort. Sieht er sich mit unfairen Mitteln um eine Chance gebracht, unterbricht er den Ballwechsel. Er bekommt dann einen Letball, indem er „Let“ ruft. Dazu müssen aber einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Bedingungen für einen Letball

Wenn klar ist, dass der Spieler den Ball ohne Einwirkung des Gegners problemlos hätte zurückschlagen können, steht ihm ein Letball zu. Hätte er den Ball hingegen nicht schlagen können, hat er auch kein Recht auf einen Letball. Dasselbe gilt, wenn die Behinderung nur sehr gering war und voraussichtlich keine negativen Auswirkungen gehabt hätte. Auch wenn der Ball den Gegner trifft, bevor er die Seitenwand berührt, hat der Spieler Anrecht auf einen Let.

Letball direkt nach dem Aufschlag

Einen Letball kann es nicht nur im laufenden Spiel geben, sondern auch unmittelbar nach dem Aufschlag. Wenn der Rückschläger offenkundig noch nicht bereit war und auch keine Anstalten unternimmt, einen Aufschlag zu erreichen, so muss dieser wiederholt werden.

Wenn der Ball klemmt oder kaputt geht

Auch für weniger wahrscheinliche Fälle gibt es in den Squashregeln klare Vorgaben. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein mit viel Schwung geschlagener Ball an irgendeiner Stelle des Platzes eingeklemmt wird. Mitunter geht der Squashball auch mitten im Spiel kaputt – das Gummi ist durch die Wucht der Schläge und des Aufpralls auf den Wänden schließlich großen Belastungen ausgesetzt. In beiden Fällen kann ein begonnenes Aufschlagspiel nicht zu Ende geführt werden, eine Punktevergabe wäre also nicht möglich. Deshalb gibt es auch hier einen Letball, das heißt der Aufschlag wird wiederholt.

Squashregeln
Auf den richtigen Aufschlag kommt es an!

Punkten beim Squash

Losgelöst vom Aufschlag-Recht kann jeder Spieler punkten. Der Ball muss nach jedem Schlag innerhalb der Markierungen auf die Stirnwand gespielt werden, ehe er zweimal den Boden berührt hat. Er kann direkt auf die Stirnwand gelangen, darf aber auch den Umweg über die Seiten- und/oder die hintere Wand nehmen. Titscht er zwei Mal auf oder berührt die Wand außerhalb der Linien, ist der Ballwechsel beendet.

Squashregeln sehen 11 Punkte pro Satz vor

Die aktuellen Squash Spielregeln sehen drei Sätze mit jeweils 11 Gewinnpunkten vor. Früher wurden noch 9 beziehungsweise 15 Punkte gezählt. Wer zuerst 11 Punkte auf seinem Konto hat (und zwar unabhängig vom Aufschlag-Recht), gewinnt den Satz. Beim Stand von 10:10 wird weiter gespielt, bis einer der Akteure zwei Punkte Vorsprung hat (beispielsweise 13:11). Wer zuerst drei Sätze für sich entscheidet, hat das Match gewonnen.

Wenn du schon einmal mit Rückschlagsportarten wie Tennis oder Badminton zu tun hattest, wirst du auch die Squashregeln schnell erfassen und direkt ins Spiel finden können. Buch also gleich einen Squashcourt in deiner Nähe auf Eversports.