Badminton und Federball: was ist der Unterschied?

Badmintonregeln - der richtige Aufschlag ist wichtig
Ein richtiger Aufschlag ist wichtig | ©Dziurek / Shutterstock.com

Wenn Gelegenheitsspieler einen Badmintonplatz buchen möchten, werfen sie die Sportart häufig voreilig in einen Topf mit Federball. Dabei handelt es sich bei genauer Betrachtung um doch sehr unterschiedliche Sportarten für ebenso unterschiedliche Könner-Niveaus. Auf den ersten Blick scheinen sich Badminton und Federball sehr ähnlich zu sein. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber deutliche Differenzen – von der Entstehungsgeschichte bis hin zur Spielweise. Eversports erklärt dir, was genau der Unterschied zwischen Badminton und Federball ist.

Historische Entwicklung im Fokus

Eine Abgrenzung liegt auch angesichts der geschichtlichen Entwicklung nahe: Die ersten Ausprägungen des Federballs wurden bereits vor über 2.000 Jahren gespielt, wie bildliche Überlieferungen aus Indien belegen. Schon zu jenen Urzeiten spielten Menschen mit flachen Holzgeräten einen leichten Federball hin und her. Ziel war es, einen möglichst langen Ballwechsel zu halten, ohne dass der Federball den Boden berührt. Diese Grundidee begründete später auch das Badminton. Bevor die Verbreitung des Badmintons 1872 ihren Lauf nahm, vergnügte sich vor allem der britische Adel in den Sommermonaten mit dem Federballspiel.

Die Geburtsstunde des Badminton fand auf britischem Boden statt: Ein englischer Kolonialbeamter stellte das Rückschlagspiel Poona, welches er in Indien kennengelernt hatte, auf dem Landsitz des Duke of Beaufort aus der Grafschaft Gloucestershire vor. Dieser Landsitz trug den Namen „Badminton House“, woraus später der Name der Sportart resultierte. In Großbritannien fand der Sport rasch Zuspruch, auch wenn es lange an tauglichen Spielstätten mangelte. Aus der Not heraus spielte man sogar in Kirchen, da der Federball hier durch die hohen Decken ungehindert fliegen konnte. In Deutschland, wo 1902 der erste Badmintonverein außerhalb Großbritanniens gegründet wurde, scheiterte der Vormarsch zunächst an fehlenden Spielgeräten. Erst ab den 1950er Jahren kam es zu einer Revitalisierung.

Was die beiden Arten verbindet

Sowohl beim Badminton als auch beim Federball stehen sind mindestens zwei Spieler gegenüber, die sich mit Hilfe eines Schlägers den Ball zuspielen. Die Spielgeräte unterscheiden sich dabei kaum. Der Ball besteht entweder aus echten Federn und einem Kopf aus Kork oder aus preiswertem Kunststoff und wiegt rund fünf Gramm. Der Schläger ist entweder aus dünnem Stahl oder aus Carbon gefertigt. Bestehen Schaft und Kopf aus Stahlrohr, bringt der Schläger rund 120 Gramm auf die Waage. Die moderne Carbon-Variante ist gut ein Drittel leichter. Der Schläger kann sowohl beim Badminton als auch beim Federball eingesetzt werden. Je steifer sein Rahmen ist, desto präziser lassen sich mit ihm die Bälle spielen. 

Federball und Badminton Unterschied - wir erklären's dir!
Federball und Badminton benutzen ähnliche Spielgeräte | ©Eversports

Miteinander oder gegeneinander

Der Grund, warum beim Badminton eine klar begrenzte Spielfläche und sonstige Regeln existieren, beim Federball hingegen nicht, ist simpel: Beim Federball gibt es ein Miteinander, beim Badminton ein Gegeneinander. Treffen sich zwei Spieler zum Federball, wollen sie den Ball möglichst lange hin und her spielen, ohne dass er zu Boden fällt. Beim Badminton hingegen verfolgt jeder Spieler ganz offensiv das Ziel, dass der Ball den Grund berührt – und zwar in der gegnerischen Hälfte, weil das einen Punkt auf dem eigenen Konto bedeutet. Als wichtigster Unterschied zwischen Badminton und Federball lässt sich also festhalten: Federball ist ein Spiel, bei dem rein der Spaß im Mittelpunkt steht. Badminton hingegen ist ein Sport. Und dabei geht es, wie bei anderen Sportarten auch, um Sieg und Niederlage – allerdings erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Zuvor hatten die Menschen jahrhundertelang nur Federball gespielt. Wenn du genaueres über Badminton selbst wissen möchtest, kannst du eine Einführung in diese unterschätze Sportart hier nachlesen.

Verschiedene Anforderungen an das Spielgerät

Fernab der Prämisse, einen möglichst langen Ballwechsel zu unterhalten, kommt Federball ohne nennenswerte Regeln aus. Vollwertiges Wettkampf-Badminton ist im Vergleich dazu hart reglementiert: Das Spektrum beginnt mit den Abmessungen des Courts und endet mit der Geschwindigkeitsstufe des Balls. Damit liegt es auch auf der Hand, dass professionelle Schläger und Bälle für den Wettkampf deutlich hochwertiger und damit auch in der Anschaffung teurer sind. Im Gegensatz dazu kommen beim Federball zumeist einfach gestrickte, preiswerte Spielgeräte zum Einsatz.

Nur Badminton spielt man auf einem Feld

Das Federballspiel kann heute sowohl mit als auch ohne Netz stattfinden, was den Freizeitcharakter der Sportart unterstreicht. Höchste Präzision ist beim Badminton deutlich stärker gefragt als beim Federball. Denn: Nur beim Badminton gibt es ein klar abgegrenztes Feld. Nur hier kann der Ball also auch im Aus landen, wenn er zu fest geschlagen wird – oder im Netz, wenn ein Schlag zu kurz gerät. Klassisches Badminton findet dagegen grundsätzlich mit einem Netz in der Court-Mitte statt. Daneben gibt es aber auch moderne Ausprägungen wie Speedbadminton, bei denen ebenfalls ohne Netz gespielt wird.  

Badminton Federball Unterschied
Badminton wird auf einem Feld und mit einem Netz gespielt

Beim Badminton sind auch die Größe der Spielfläche und die Position des Netzes exakt festgelegt. Das Spielfeld ist beim Badminton 13,40 Meter lang und 6,10 Meter breit. Die Grenzen des Feldes werden nach links und rechts durch Seitenlinien begrenzt. Es gibt unterschiedliche Seitenlinien für Einzel- und Doppelbegegnungen. Sind nur zwei Spieler aktiv, gilt die innere Seitenlinie. Sie befindet sich 46 Zentimeter von der Außenlinie für Doppel-Paarungen entfernt. Beim Einzel ist das Spielfeld also insgesamt 92 Zentimeter schmaler. Ebenso gibt es zwei Aufschlaglinien, wiederum eine für das Einzel und eine für das Doppel.

Jetzt kennst du den feinen Unterschied zwischen diesen doch recht ähnlichen Ballsportarten. Ob du hier letzten Endes Badminton oder doch das simple Federball spielst, ist unerheblich – die Plätze eignen sich problemlos für beides. Auf Eversports findest du einen Platz in deiner Nähe. Los geht’s!